Durchfall-Hausapotheke für die ganze Familie

01. Juli 2007

Tipps zur natürlichen Durchfallbehandlung - Durchfall ist unangenehm, aber in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge. Gesunde Erwachsene können sich mit den Medikamenten, die in einer vorbeugend zusammengestellten "Durchfall-Hausapotheke" zu finden sind, selbst behandeln. Für einige Familienmitglieder, vor allem Kleinkinder und ältere Menschen, kann eine Durchfallerkrankung allerdings schnell gefährlich werden. Daher gilt speziell für diese Gruppen: Hält der Durchfall trotz medikamentöser Behandlung an, sollte auf jeden Fall ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Wie kommt es zu Durchfall?

Der Darm ist viel mehr als nur ein Verdauungsorgan. Er ist mit einer Oberfläche von ca. 400 Quadratmetern die größte Fläche des Körpers zwischen Innen- und Außenwelt. Damit diese Schnittstelle vor Krankheitserregern geschützt ist, wird der Darm von einer Vielzahl nützlicher Bakterien besiedelt. Sie bilden die so genannte Darmflora und sorgen für einen reibungslosen Verdauungsprozess und ein starkes Abwehrsystem. Gewinnen krankmachende Bakterien trotzdem einmal die Oberhand, können sie über die Zellen der Darmschleimhaut in den Körper eindringen. Eine Folge dieser Störung ist Durchfall: Auf diese Weise versucht der Körper, die Krankheitserreger möglichst schnell wieder loszuwerden. Durchfallauslöser können neben Infektionen durch Krankheitskeime (Bakterien, Viren oder Protozoen) auch ungewohnte Lebensmittel, psychische Belastungen oder Medikamente (z.B. Antibiotika) sein.

Durchfall bedeutet immer eine beschleunigte Darmpassage der Nahrung. Das geht einher mit einer verminderten Aufnahme von Nährstoffen, Wasser und Mineralsalzen sowie einer vermehrten Abgabe von Wasser in den Darm. Dies alles belastet den Körper und kann zu Kreislaufbeschwerden bis hin zum Kreislaufkollaps führen. Kleine Kinder und ältere Menschen reagieren auf Wasser- und Mineralsalzverlust besonders empfindlich.

Was tun gegen Durchfall?

Die wichtigste Sofortmaßnahme bei Durchfall ist - besonders, wenn kleine Kinder oder ältere Menschen betroffen sind - der schnelle Ersatz von Wasser und Mineralsalzen. Am besten eignen sich dazu spezielle Elektrolyt-Glukose-Lösungen aus der Apotheke. Sie enthalten Zucker und Mineralsalze genau in dem Verhältnis, das für eine optimale Aufnahme im Körper sorgt. Während des Durchfalls sollte man dem Körper eine Auszeit gönnen, sich hinlegen und den Bauch warm halten.

Mit dem Durchfall versucht der Körper, Krankheitskeime und deren Gifte so schnell wie möglich auszuscheiden. Deshalb sollte man ihn zunächst nicht mit Mitteln, die die Darmaktivität hemmen (z.B. Loperamid-Präparate), unterdrücken. Besser sind Durchfallmedikamente mit dem natürlichen Wirkstoff Saccharomyces boulardii, eine medizinische Hefe, die gegen die Ursache des Durchfalls wirken, und ihm bei seinem Heilungsprozess helfen. Darmschonendes Essen (Reisschleim, Karotten, Kartoffeln und Zwieback) und Trinken (Kräutertees, stille Mineralwässer) unterstützen den Heilungsprozess. Milchhaltige, stark gewürzte oder fette Speisen, Alkohol und Kaffee sollten dagegen nicht auf dem Speiseplan stehen. Hungern sollte man bei Durchfall nicht. Die geschädigten Darmzellen können ohnehin weniger Nährstoffe aufnehmen, so dass der Körper durch Hungern unterversorgt würde. Bei infektiösem Durchfall besteht für andere Familienmitglieder hohe Ansteckungsgefahr. Deshalb ist Toilettenhygiene sehr wichtig. Besteht der Durchfall weiterhin, muss bei Erwachsenen auch an den Einsatz von Loperamid oder ähnlichen Produkten gedacht werden.

Die richtige Durchfall-Hausapotheke für alle Familienmitglieder

Eine sorgfältig zusammengestellte Durchfall-Hausapotheke leistet im Krankheitsfall schnelle Hilfe. Mittel, die man zur Hand haben sollte:

  1. Elektrolyt-Glukose-Lösungen aus der Apotheke
  2. Das Durchfallmittel Saccharomyces boulardii ist sicher und gut verträglich. Sie eignet sich deshalb auch für Schwangere, Kinder und ältere Menschen. Ausreichend hoch dosiert wirkt sie schnell und zuverlässig.
  3. Die Hefezellen hemmen im Dünn- und Dickdarm das Wachstum von Keimen, binden sie an sich und schleusen sie schnell aus dem Körper. Außerdem regen sie das Immunsystem an, selbst Abwehrstoffe gegen die Krankheitserreger zu bilden und unterstützen den Darm bei der Regeneration der natürlichen Darmflora.
  4. Durchfallstopper mit dem Wirkstoff Loperamid sind dann sinnvoll, wenn man mehrere Stunden keine Toilette erreichen kann oder der Durchfall stressbedingt ist. Sie lähmen die Darmbewegung und vermindern so die Anzahl der Durchfallattacken. Allerdings bleiben dadurch Krankheitskeime länger im Körper und können sich dort weiter vermehren. Die Einnahme von durchfallstoppenden Medikamenten sollte deshalb auf einen kurzen Zeitraum (maximal 48 Stunden) beschränkt bleiben.
  5. Tipp: Wer auf ein Loperamid-Präparat nicht verzichten kann (wenn z.B. ein dringender Termin ansteht), beginnt zeitgleich mit der Einnahme der medizinischen Hefe und setzt das Loperamid-Präparat nach dem Termin wieder ab. Das Hefemittel wird bis zum Abklingen der Durchfallerkrankung weiter genommen. Achtung: Für Kinder unter 12 Jahren und Schwangere sind Loperamid-Präparate absolut tabu.
  6. Kohletabletten sind kein geeignetes Durchfallmittel. Sie gehören für Vergiftungsfälle in die Hausapotheke. Die Gifte der Durchfallbakterien können sie nicht binden.

Wann muss der Arzt gefragt werden

Infektiöser Durchfall klingt normalerweise nach zwei bis drei Tagen ab. Durch die Einnahme von oben erwähnten Medikamenten wird der Durchfall rasch gebessert. Dauert der Durchfall trotz medikamentöser Behandlung länger als drei Tage an, muss die Ursache durch einen Arzt geklärt werden. Auch bei Begleiterscheinungen wie Blut oder Schleim im Stuhl, hohes Fieber, schwere Bauchkrämpfe, Gelbfärbung der Haut bzw. der Augäpfel oder Dunkelfärbung des Urins sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. Wenn Kleinkinder unter zwei Jahren Durchfall haben, muss sofort der Arzt aufgesucht werden.

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