Tee und seine Zubereitungen

04. Januar 2007

Heilkräuter können auf verschiedene Arten zubereitet werden. Die Zubereitungsform ist abhängig von den Inhaltsstoffen der Pflanze und deren Löslichkeit und Stabilität ...

Ein kleiner Leitfaden

Heilkräuter können auf verschiedene Arten zubereitet werden. Die Zubereitungsform ist abhängig von den Inhaltsstoffen der Pflanze und deren Löslichkeit und Stabilität, dann auch von dem verwendeten Pflanzenteil und von dem Zweck der Anwendung (innerlich, äußerlich). Die allgemeinen Bemerkungen zu den Verfahren der Zubereitung sind im folgenden aufgeführt. Genaue Anweisungen braucht man bei den einzelnen Kräutern, die man beim Kauf in der Apotheke gerne erfahren kann.

Innerliche Zubereitungen

Tee, heißer Aufguss

Die wohl gebräuchlichste Anwendung von Heilkräutern ist der Tee. Dieser Tee wird je nach den in ihm enthaltenen Wirkstoffen und dem beabsichtigen Zweck heiß, warm oder kalt getrunken. Ebenso ist die wirksame Menge bei den einzelnen Zubereitungen verschieden. Eine größere Flüssigkeitsmenge ist z.B. bei schweiß- und harntreibenden Tees nützlich. Während Tees mit schweißtreibender Wirkung zweckmäßig abends im Bett heiß getrunken werden, verteilt man im allgemeinen die vorgesehene Teemenge über den ganzen Tag. Besonders wirksam ist oft der Genuss morgens nüchtern. Die gebräuchlichste Zubereitungsform, angewendet bei den meisten Blüten und Blättern, ist, die Droge in zerkleinertem Zustand mit der vorgeschriebenen Menge kochenden Wassers zu überbrühen. Dann lässt man bei bedecktem Gefäß (ätherische Öle sind flüchtig!) etwa 10 Minuten ziehen und seiht dann ab.

Abkochung, Dekokt

Die zerkleinerten Pflanzenteile (oft Wurzeln, Hölzer oder Rinden) werden mit Wasser im bedeckten Gefäß mit mäßiger Hitze bis zu 30 Minuten erwärmt und nach kurzem Aufkochen durchgeseiht oder kurz aufgekocht und dann noch bis zu 30 Minuten ziehen lassen.

Wenn entweder Tees oder Abkochungen verwendet werden können, sind Abkochungen stärker. Manche Bestandteile können jedoch auch beim Kochen zerstört werden.

Kalter Auszug

Kalte Auszüge werden bei hitzelabilen Inhaltsstoffen verwendet. Die vorgesehene Drogenmenge wird mit kaltem Wasser angesetzt. Nach 4-8 Stunden wird der Auszug abgegossen bzw. durchgeseiht, er ist dann trinkfertig.

Alkoholische Extrakte, Tinkturen, Ätherische Öle

Wer sich nicht mit der Zubereitung alkoholischer Extrakte oder ätherischer Öle gut auskennt, ist gut beraten, diese  in der Apotheke zu erwerben. Die Anwendung und Dosierung sollte sich dabei nach der dazugehörigen Gebrauchsanweisung richten. Bei ätherischen Ölen sollte man zwischen den Duftölen und für medizinische Zwecke geeigneten Ölen unterscheiden. Im Einzelfall sollte man sich vom Apotheker oder von der Apothekerin beraten lassen, welche Präparate geeignet sind.

Äußerliche Zubereitungen

Bäder

Kräuterbäder können beruhigend und einschläfernd sein, sie können aufwecken und erfrischen. Sie helfen Körper und Seele zu heilen, und natürlich säubern sie und verleihen dem Körper einen angenehmen Duft.

Man kann ein Kräuterbad vorbereiten, indem man einen starken Tee oder eine Abkochung (stärker!) aus den Kräutern in einigen Litern Wasser herstellt und dies zum Badewasser hinzufügt, oder man kann die Kräuter z.B. in einem großen Teeei oder einem Stoffbeutel unter den Heißwasserhahn hängen, während man das Wasser einlässt. Meist ist eine gute Handvoll Kräuter (50-100 g) eine sinnvolle Menge, damit lässt sich aber auch experimentieren. Empfehlenswert ist es, Kombinationen von Pflanzen auszuprobieren, Pflanzen mit heilender Wirkung mit angenehm riechenden, z.B. Rosmarin, Salbei und Thymian in einem erfrischenden Bad.

Auch Öle kann man fürs Baden nutzen, um eine Parfümierung der Haut zu erreichen. Meist wird dazu das Badeöl direkt beim Einlaufen des Bades dazugegeben, sinnvoller ist es jedoch, zuerst einige Minuten im Wasser zu verbringen, um der Haut zu ermöglichen, Feuchtigkeit zu adsorbieren, und dann erst das Öl hinzuzugeben, da sonst das Öl die Aufnahme von Wasser in die Haut verhindert. Man kann entweder das reine ätherische Öl verwenden, sollte dann jedoch vorsichtig mit der Dosierung sein (tropfenweise!), oder Pflanzen- oder Nussöle (z.B. Mandel- oder Avocado-Öl) 3:1 mit dem ätherischen Öl mischen. Bei Kindern ist von der Verwendung ätherischer Öle im Bad eher abzuraten, da z.B. Pfefferminzöl in den Augen brennt.

Die Temperatur des Badewassers ist von großer Bedeutung für den Erfolg des Bades. Warme Bäder, die ungefähr der Körpertemperatur entsprechen, sind ideal für ein entspannendes Bad, kältere Bäder wirken eher stimulierend und erfrischend. Wärmere Temperaturen wirken sehr einschläfernd, bei heißen Bädern bekommen einige Leute Probleme mit dem Kreislauf, der Blutdruck kann sinken und eine Ohnmacht eintreten. Bei hohem Blutdruck, Diabetes, Nerven-Problemen oder auch in der Schwangerschaft sollten also nicht zu hohe Wassertemperaturen gewählt werden. Ein Bad sollte ca. 20 Minuten dauern.

Entspannende Bäder:

Baldrian, Beinwell, Eisenkraut, Jasminblüten, Kamillenblüten, Lindenblüten, Rosenblüten, Veilchen und Wacholderbeeren.

Erfrischende Bäder:

Basilikum, Brennnessel, Fenchel, Fichtennadeln und Kiefernnadeln, Lavendel, Lorbeer, Majoran, Meerrettich-Wurzel, Pfefferminze, Ringelblume, Rosmarin, Salbei und Thymian.

Riechende Bäder:

Angelikawurzel, Geranien, Jasminblüten, Lavendel, Lorbeer, Nelken, Orangenblätter, -blüten und –schale, Pfefferminze, Rosenblüten, Rosmarin, Sandelholz und Zitronenblüten und –schale

Bäder bei Muskel- und Gelenkschmerzen:

Eisenhut, Lorbeer, Wacholderbeeren, Oregano, Pappel, Salbei und Erdbeer-Blätter.

Spülungen:

Spülungen sind vom Prinzip her wie medizinische Bäder anzusehen, aber hier wird gezielt ein spezielles Körperteil behandelt. Spülungen sind oft mit Umschlägen vergleichbar und werden manchmal in Kombination angewendet.
Ein Beispiel sind Spülungen mit Eichenrinde bei äußerlichen Entzündungen. Spülungen und Gurgelwässer werden auch oft im Mund- und Rachenbereich angewendet.

Pflanzenteile, also so genannte Drogen im apothekerlichen Sinne, Tees und Gewürze kann man in der Apotheke erwerben. Dort erhält man auch entsprechende fachkundige Beratungen. Daneben gibt es auch Fertigpräparate mit den oben erwähnten Teedrogen, sei es in Form von Extrakten, oder auch verarbeitet als Bäder, Salben oder in innerlicher Form in Tabletten. Diese Zubereitungen enthalten die Wirkstoffe der Pflanzen in konstantem Gehalt, daher sind sie zum Teil den Pflanzen in getrockneter Form vorzuziehen.

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